Archiv der Kategorie: Honduras

Berta Cáceres ist nicht gestorben – sie hat sich vervielfacht

Ich war im Herbst 2014 bis anfangs 2015 während etwas mehr als fünf Monaten für Peace Watch Switzerland als Menschenrechtsbeobachter im Einsatz in Honduras und habe in dieser Zeit regelmässig auf diesem Blog von meinen Erfahrungen berichtet. Obwohl ich nun bereits seit einem Jahr zurück in der Schweiz bin, verfolge ich nach wie vor ein wenig, was in Honduras vor sich geht.

Am 3. März erhielt ich die traurige Nachricht, dass Berta Cáceres, eine der wichtigsten und bekanntesten Persönlichkeiten der Menschenrechts- und Umweltschutzbewegung in Honduras Opfer eines grausamen Mordanschlags wurde. In der Nacht auf den 3. März sind zwei vermummte Personen in ihr Zuhause eingedrungen, haben sie brutal überwältigt und mit mehreren Schüssen getötet.

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Internationaler Tag der Frauen in Lateinamerika

Heute, am 8. März, ist internationaler Tag der Frauen. Werfen wir doch einen Blick auf die Situation der Frauen in Lateinamerika:

Einerseits ist mit der Verurteilung der verantwortlichen Militärs wegen sexueller Sklaverei im Fall Sepur Zarco in Guatemala ein grosser Erfolg für die Anerkennung sexueller Gewalt gegen Frauen zu verzeichnen. Dies ist auch der Härte und Unerschrockenheit der Gerichtspräsidentin Yasmin Barrios, die bereits im Genozidfall trotz starkem Druck und Bedrohungen seitens der Interessensvertreter des guatemaltekischen Militärs der Unabhängigkeit und Berufung zur Gerechtigkeit ihres Mandates treu geblieben ist und den  Genozid und die Sexuelle Sklaverei verurteilte. Die Überlebenden Frauen drücken im nachfolgenden Bild ihre Erleichterung und Erfüllung für die nach so langer Zeit endlich erreichte Anerkennung aus.

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Sandra Sebastián

Andererseits zeigen allein der Fakt, dass sexuelle Gewalt gegen Frauen als Kriegswaffe vewendet wird, und die Tatsache, dass die Anzahl der weiblichen Opfer in bewaffneten Konflikten grösser ist als die der männlichen, wie schief etwas in unserer patriarchalischen Gesellschaft läuft. So ein Kommandant der UN Sondereinheit in der Demokratischen Republik Kongo:

Es ist gefährlicher eine Frau zu sein als ein Soldat in modernen Konflikten.

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Honduras

Légende © Renaud Vuignier/2015
Begleitung eines Menschenrechts-verteidigers bei seiner Rückkehr in seine Gemeinde, nachdem er sich zu seinem Schutz mehrere Wochen bei COFADEH aufgehalten hat ©Renaud Vuignier/2015

Im Sommer 2009 putschte in Honduras das Militär gegen den gewählten Präsidenten Manuel Zelaya. Das verarmte zentralamerikanische Land ist seither deutlich unsicherer geworden. Mit politischer Instabilität und zunehmender Gewalt hat sich auch die Menschenrechtslage gravierend verschlechtert. Schwere Verletzungen der Menschenrechte durch Sicherheitskräfte oder andere bewaffnete Akteure gehen einher mit Straflosigkeit. Politische Morde, Bedrohungen und Vertreibungen sind an der Tagesordnung.

PWS entsendet freiwillige Begleitpersonen in das Projekt PROAH (Proyecto de Acompañamiento Internacional en Honduras), welches durch seine internationale Präsenz MenschenrechtsverteidigerInnen einen gewissen Schutz gewährt.