Kriminalisierung von Menschenrechtsverteidigern in Huehuetenango

In diesem Jahr wurden bereits acht Verteidiger der Menschenrechte im Norden des Departaments Huehuetenango, Guatemala, in Untersuchungshaft genommen. Die politschen Gefangenen werden von unserer Partnerorganisation ACUGUATE begleitet.

ACOGUATE hat am 7. September einen Hintergrundartikel dazu geschrieben: http://acoguate.org/2015/09/07/criminalizacion-de-defensores-en-el-norte-de-huehuetenango/#more-2524

PWS, 28. 09. 2015

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Honduras

Légende © Renaud Vuignier/2015
Begleitung eines Menschenrechts-verteidigers bei seiner Rückkehr in seine Gemeinde, nachdem er sich zu seinem Schutz mehrere Wochen bei COFADEH aufgehalten hat ©Renaud Vuignier/2015

Im Sommer 2009 putschte in Honduras das Militär gegen den gewählten Präsidenten Manuel Zelaya. Das verarmte zentralamerikanische Land ist seither deutlich unsicherer geworden. Mit politischer Instabilität und zunehmender Gewalt hat sich auch die Menschenrechtslage gravierend verschlechtert. Schwere Verletzungen der Menschenrechte durch Sicherheitskräfte oder andere bewaffnete Akteure gehen einher mit Straflosigkeit. Politische Morde, Bedrohungen und Vertreibungen sind an der Tagesordnung.

PWS entsendet freiwillige Begleitpersonen in das Projekt PROAH (Proyecto de Acompañamiento Internacional en Honduras), welches durch seine internationale Präsenz MenschenrechtsverteidigerInnen einen gewissen Schutz gewährt.

Guatemala

Lors de..., ©DR
„Volksabstimmung“ (consulta de buena fe) im Norden Guatemalas ©PWS 2007

Gewalt, Repression und Straflosigkeit sind in Guatemala an der Tagesordnung. Nur in etwa zwei Prozent der Fälle werden Tötungsdelikte in Guatemala aufgeklärt und die Schuldigen zur Rechenschaft gezogen. Diese weitgehende Straflosigkeit betrifft nicht nur die Verbrechen, die während des internen bewaffneten Konflikts von 1960-96 begangen wurden, sondern auch Übergriffe, Drohungen, Einschüchterungen und Morde, die heutzutage verübt werden. Menschenrechtsverteidiger, Gewerkschafterinnen sowie Kleinbäuerinnen und -bauern, die sich für ihr Land und ihre Rechte einsetzen, werden aufgrund ihres Engagements bedroht, attackiert oder gar umgebracht.

Unsere Partnerorganisation ACOGUATE erhält zahlreiche Begleitanfragen von Organisationen aus den Bereichen (1) Kampf für juristische Gerechtigkeit und gegen die Straflosigkeit, (2) Verteidigung von Land und natürlichen Ressourcen und (3) Arbeitsrechte und Gewerkschaften. Mit dem Instrument der Menschenrechtsbegleitung geben die internationalen Freiwilligen den Begleiteten ein Stück weit Schutz und Sicherheit und halten ihnen den Rücken frei für ihr wichtiges Engagement im Namen der Menschenrechte.

Peace Watch Switzerland entsendet jährlich zwischen drei und zehn Freiwillige unterschiedlichen Alters als Menschenrechtsbegleitende nach Guatemala, wo sie einen mindestens  dreieinhalb-monatigen Einsatz leisten.

Kolumbien

Kolumbien wird seit Jahrzehnten von einem latenten, blutigen Konflikt heimgesucht, in dem Millionen von Menschen von ihrem Land vertrieben worden sind, welches ihnen als Lebensgrundlage dient. PWS begleitet Gemeinschaften von Kleinbäuerinnen und -bauern, welche sich in einem Prozess des Landkampfes befinden. Durch die Präsenz von neutralen internationalen BeobachterInnen bleiben bewaffnete Akteure in der Regel den Dörfern fern und die Kleinbäuerinnen und -bauern können ihrem täglichen Leben und dem Kampf für ihre Rechte nachgehen.

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Schutzbegleitung in Kolumbien ©Anne Berentsen/2013

Seit 2009 begleitet PWS in Kolumbien Gemeinschaften von Kleinbäuerinnen und -bauern, welche sich in einem Prozess des Landkampfes befinden. Dadurch setzen sie sich hohen Risiken aus, denn Drohungen, Vertreibungen und die Anwendung von Gewalt sind gängige Mittel in Kolumbien, um politische oder wirtschaftliche Interessen durchzusetzen.

PWS begleitet zur Zeit drei Dörfer in der Region Magdalena Medio, einem tropischen und heissen Gebiet am mittleren Laufe des Magdalena-Stroms. Zwei dieser Dörfer gelten als Präzedenzfälle für die Landrückgabepolitik der Regierung Santos und sind deshalb vermehrt einem öffentlichen Interesse ausgesetzt.

Willkommen auf dem Blog der PWS-Einsatzleistenden!

Dies ist der Blog der freiwilligen Menschenrechtsbegleiterinnen und -begleiter von Peace Watch Switzerland (PWS) in Guatemala, Honduras und Kolumbien.

Die PWS-Einsatzleistenden aus der Deutschschweiz, die sich momentan in Guatemala, Honduras oder Kolumbien als MenschenrechtsbegleiterInnen befinden, sind die Autorinnen und Autoren dieses Blogs. Sie begleiten die Zivilbevölkerung, die wegen ihres Engagements für die Menschenrechte bedroht ist.  Internationale Menschenrechtsbegleitung hat sich als wirksames Mittel zur Unterstützung der lokalen Bevölkerung erwiesen, die sich für ihre in der Verfassung und durch internationale Übereinkünfte verbrieften Rechte einsetzen. Die bedrohten Personen können dank der internationalen Präsenz ihrer tägliche Arbeit nachgehen und ruhiger schlafen. Die Begleitenden zeigen sich solidarisch und erleichtern so ein Stück weit den konstanten psychischen Druck, dem viele MenschenrechtsverteidigerInnen ausgesetzt sind. Wo Angriffe auf die Menschenrechte nicht verhindert werden können, werden sie dokumentiert und einer internationalen Öffentlichkeit bekannt gemacht.

Wie ist die Situation vor Ort? Wie verläuft der Alltag der begleiteten Personen? Wer sind sie überhaupt? Porträts, kurze Artikel, Reportagen, Photos und AugenzeugInnenberichte sind auf diesem Blog zu finden. Wir wünschen spannende Lektüre!

Mehr Informationen über unsere Projekte finden Sie hier.

Hinweis: Die in diesem Blog vertretenen Meinungen sind persönlich und decken sich nicht zwingend mit jener von PWS oder den Partnerorganisationen vor Ort.