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Aus dem Leben eines Acos in Guatemala

Nun bin ich bereits zwei Monate hier in Guatemala. Das Klima hier auf 1500 m Höhe ist angenehm, mit starker Sonne und in den letzten Tagen manchmal bis gegen 30°C, aber meist mit angenehmem Wind und bisher kaum Regen. Irgendwann in den nächsten Wochen ist aber der Beginn der Regenzeit fällig. Die meisten Tage bisher waren klar, so dass man vom Dach aus die nächsten Vulkane sehen kann.

Der Blick vom Dach nach unten geht auf die Terrasse des obersten Geschosses mit den Zugängen zu den zwei Schlafräumen, und dazwischen zu Waschküche und Dusche/WC. Das WG-Leben hier ist eng wie in einer SAC-Hütte, bei der man vor zehn Jahren den Hüttenwart weggespart hat: also basisdemokratisch-chaotisch, was mir als älterem Semester die Angewöhnung erschwerte.

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GUATEMALA CITY – „NI EL OLVIDO – NI EL PERDÓN“

In der guatemaltekischen Hauptstadt wird weiter an der Vergangenheit gearbeitet. Peace Watch Switzerland (PWS) begleitet das pendente Verfahren des Massakers des Dorfes „Dos Erres“. Über dreissig Jahre nachdem Bürgerkrieg versuchen Angehörige der Opfer weiterhin, ein rechtskräftiges Urteil für die Verantwortlichen aus diesem dunklen Kapitel einzufordern.

Die Vorgeschichte des aktuellen Verfahrens beginnt im Jahr 1982 im Departement Petén. Im Rahmen einer strategisch ausgerichteten Widerstandbekämpfung ist die komplette Bevölkerung eines Dorfes von einem Kommando gezielt exekutiert worden. Verschiedene Opfervereinigungen fordern nun die Wiederaufnahme des Prozesses gegen den damaligen Machthaber Efraín Ríos Montt. Der ehemalige Präsident, bereits 2012 wegen Genozids und Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt und verurteilt, soll nun erneut vor Gericht erscheinen, beantragen Angehörige der Opfer des Massakers. Ríos Montt profitiert von der Tatsache, dass das guatemaltekische Verfassungsgericht das Urteil nur wenige Zeit nach dem Schuldspruch mit Verweis auf Verfahrensfehler aufgehoben hat. Seit dem letzten Jahr wird die Wiederaufnahme des Strafverfahrens von offizieller Stelle geprüft. Die Verteidigung des Ex-Generals, mittlerweile 90 Jahre, macht geltend, dass ihrem Mandanten durch seine fortgeschrittene Demenz kein Prozess mehr zugemutet werden kann. (S. dazu Blogeinträge zum Genozidprozess.) Angehörige wie Menschenrechtsorganisationen bekämpfen diesen Ansatz vehement.  Die Ansage „Ni el olvido – ni el perdón“ (kein Vergessen – kein Vergeben) ist allgegenwärtig in der Hauptstadt.

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